Oma Emilie wohnte nach der Flucht bei Onkel Robert. Eines Tages kamen Russische Soldaten, wollten sie vergewaltigen, sie wehrte sich, dann habe die Russen sie mit Steigbügeln erschlagen. Im März 1946 wurden wir von unserem Bauernhof vertrieben, weil eine Polnische Familie dort einzog. Wir lebten in einem kleinen Zimmer auf dem Gut Marienhütte, bis wir ganz aus Falkenhagen flüchten mussten. Mit dem Rucksack auf dem Rücken den nahen uns die Polen noch weg, sind wir mit dem zug nach Stettin gefahren. Das war das Durchgangslager dort lebten wir 14 Tage, halten nicht zu essen. Dann ging es weiter nach Lübeck, wieder in ein Lager. Dort wurden alle Flüchtlinge registriert und verteilt. Wir kamen nach Hohn, Kries Rendsburg in ein Lager. Es gab dort 4 Lager voll von Flüchtlingen. Wir Kinder gingen zur Schule, meine Eltern arbeiten bei anderen Bauern für Geld. Meine Mutter strickte und nähte für andere Leute. Tante Alwine und Onkel Fritz aus Amerika hatten Papiere für eine Auswanderung nach USA besorgt, doch mein Vater glaubte an eine Rückkehr nach Pommern und lehnte diese Reise ab. Den brieflichen kontakt zu seiner Schwester in Minnesota hat er jedoch bis zu seinem Tode gehabt. Es gab in Hohn keine Industrie, keine Arbeit, das halb siedelten wir 1953 nach Baden-Würtemburg nur und bekamen dort eine 3 - Zimmerwohnung. Mein Vater arbeitete in einer Fabrik. 1956 wurde meinen Eltern eine Nebenerwerbssiedlung zum Kauf in Neumunster angeboten. Wir fuhren zurück nach Schleswig-Holstein, wo mein Vater 1966 an Krebs starb. Meine Mutter ist bis heute in meinem Elternhaus in Neumünster geblieben, dort wohnt auch Alfred mit Familie.